Sommerzeit: Vorsicht Grannen!

Donnerstag, 17. Juni 2010 - Aus aktuellem Anlass:
Dem Hund einer Kundin mussten zwei Stunden lang unter Narkose Grannen aus Augen, Ohren und Haut entfernt werden, nachdem dieser beim Spaziergang durch ein Getreidefeld gerannt war. Abgesehen von Abszessen überall auf der Haut, hat er auch einen Riss in der Netzhaut und das Trommelfell ist verletzt!
 

Grannen sind Gras- und Getreidesamen mit einem mit Widerhaken besetzten Fortsatz. Diese Samen sind so konstruiert, dass sie sich in Fell und Haut der Tiere verhaken. Durch Bewegungen des Tieres und vor Allem auch mit Hilfe von Feuchtigkeit, werden die spitzen Samen wie kleine Pfeile tiefer in das Fell und anschließend die Haut der Tiere gelenkt.
Auf diese Weise können Ährenteile auch in Augen, Ohren oder Nasenlöcher des Hundes vordringen. Besonders gefährdet sind auch dünne Hautpartieen wie unter den Achseln oder im Anal- und  Genitalbereich. Häufig finden sich die Samen auch in der Haut zwischen den Pfotenballen.

Die Symptome für Grannen sind, je nachdem, wo sie eingedrungen sind, vielfältig.
Augen: Schwellung der Lidbindehaut mit starkem Tränenfluss (oft nur einseitig)
Ohren: häufiges Kopfschütteln oder Kopfschiefhaltung
Nase: heftiges Niesen
Haut: Hund kratzt sich viel, knabbert sich
Sind die Grannen von uns unbemerkt seit einigen Tagen eingedrungen, versucht der Körper des Hundes den Fremdkörper abzustoßen. Dies führt vor Allem zu eitrigen Entzündungen bis zur Abszessbildung.

Um vorzubeugen sollten Sie Ihren Hund niemals in ein Getreidefeld laufen lassen. Ohnehin ist das nicht erlaubt (Felder und Wiesen dürfen nur außerhalb der Vegetationsphase betreten werden!) und für den Bauern auch keine erfreuliche Sache.
Allerdings wächst beispielsweise die Mäusegerste wild in Wiesen und an Wald- und Feldrändern. Untersuchen Sie deshalb Ihren Hund nach dem Spaziergang nicht nur auf Zecken, sondern auch auf Grannen
!